Vorschau


Ukiyo-e. Bilder der fließenden Welt.
Japanische Holzschnitte des 17. – 20. Jahrhunderts

Sammlung und Kunststiftung Spielmann-Hoppe

Selten lässt sich die japanische Holzschnittkunst des 17. bis 20. Jahrhunderts in solch einem konzentrierten Überblick erleben und genießen wie anhand der Werke aus der Sammlung Spielmann-Hoppe. Die dargestellten Themen entstammen der diesseitigen Welt, und so wird diese Bildkunst in Japan Ukiyo-e (Bilder der fließenden Welt) genannt. In ihnen ist die Sonderleistung japanischer Druckkunst von der Entstehung in der Edo-Zeit im 17. Jahrhundert bis ins moderne Japan des 20. Jahrhunderts angesichts der wichtigsten Themen und Künstler – wie Hokusai, Utamaro, Kunisada und Hiroshige – zu beobachten. Das Wenzel-Hablik-Museum widmet den traditionellen japanischen Farbholzschnitten jetzt eine eigene Schau, die von dem renommierten Kunsthistoriker und Leihgeber Prof. Dr. Heinz Spielmann kuratiert wird.

In der langen Friedensepoche der Edo-Zeit (1602 – 1886) führte die Dominanz des Bürgertums und seiner Interessen zur Entfaltung der Druckgrafik als beliebte und erschwingliche Kunstform. Thematisch umfassen die meist farbigen Blätter Landschafts- und Reise-Bilder, Alltagszenen, Tiere und Pflanzen, historische Kriege und Heldensagen, Illustrationen japanischer Literatur sowie Theater, Schauspieler, Sumo-Ringer und Bijinga (Schöne Frauen). Sie vermitteln uns ein lebendiges Bild des Alltags im alten Japan.

Nach der Öffnung Japans und der darauffolgende ‚Entdeckung‘ der japanischen Farbholzschnitte im Westen erfasste im späten 19. Jahrhundert viele Künstler ein regelrechtes Japonismus-Fieber. Die recht billigen Holzschnitte wurden in Europa lange höher geschätzt als in ihrem Herkunftsland. Gezeigt werden etwa 100 zum Großteil farbige Holzschnitte aus der Kunststiftung Spielmann-Hoppe, darunter einige besonders schöne Blätter aus dem ehemaligen Besitz von Oskar Kokoschka.

Ausstellungsdauer: 28. Juni – 8. November 2020

Ausstellungseröffnung am Sonntag, 28. Juni 2020, 11:30 Uhr

Bildhinweise:

Chikanobu, Toyohara, Frauen bei Koto-Spiel und Tanz (mit einem Flötenspieler und Zuhörer) (Ausschnitt), 1860er Jahre, © Photocompany